Abtei Venio OSB

von der Verklärung des Herrn
 

Anfänge im Venio

"Höre mein Sohn auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters an und erfülle ihn durch die Tat." Damit beginnt der Heilige Benedikt vor etwa 1500 Jahren seine Regel, die wir Benediktinerinnen als wegweisend für unser Leben betrachten.

Venio: Von den Anfängen bis heute

Mutter Agnes Anfang der 1920er Jahre"So möchte ich auch leben!" - so ähnlich schoss es Marianne Johannes (1900 - 1993) wohl durch die Seele, als sie 1920 das erste Mal im Kloster Ettal das benediktinische Chorgebet und den Rhythmus des klösterlichen Tages erlebte.
Da der Eintritt in ein Frauenkloster aus verschiedenen Gründen nicht sofort möglich war, und da es in München auch einige andere junge Frauen gab, denen das Stundengebet ein Anliegen wurde, schlossen sie sich zunächst zu einer Gebetsgemeinschaft zusammen. Daraus entwickelte sich ab 1926 allmählich eine an der Regel des heiligen Benedikt orientierte gemeinsame Lebensform, deren Zentrum Marianne Johannes, nun Mutter Agnes war.
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Gemeinsames Leben

1927 erteilte Kardinal Faulhaber die Genehmigung zur Vita communis, zum gemeinsamen Leben. Durchgängig waren die "Frauen", wie sie sich damals noch nannten, berufstätig, zunächst vor allem in Sozialberufen. Mitten in der Kriegszeit, 1940, trennten sich nach vielen Auseinandersetzungen die Wege: einige Frauen um Mutter Agnes folgten der Berufung zum monastischen Weg verbunden mit Berufstätigkeit in der Stadt, andere entschieden sich für eine offenere Lebensform als Oblatin. Den Krieg überstand die relativ unauffällige kleine Gruppe in der Baaderstraße in München. Und schon damals wurde das Venio für manche ein Ort, von dem man wusste, dass hier um eine gute Form der Liturgie gerungen wurde.
Nach dem Krieg zog die nun fester zusammen gewachsene Gemeinschaft nach München-Nymphenburg, und baute als erstes die Kapelle nach den Erkenntnissen der Liturgischen Bewegung.
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Die Leitung des Hauses

Von 1973 bis 1993 lag die Leitung des Hauses in den Händen von M. Agape Gensbaur. Sie erreichte schließlich im Jahr 1992 die Anerkennung der Gemeinschaft durch Rom als "Ordensinstitut bischöflichen Rechts" und die Aufnahme in die "Confoederatio Benedictina". Vorausgegangen waren jahrzehntelange freundschaftliche Kontakte und eine intensive Zusammenarbeit mit den benediktinischen Frauen- und Männerklöstern, vor allem in Bayern. So zeigen die Wappen in unserem Kapellengang diejenigen Klöster, mit denen wir in besonderer Weise verbunden waren und sind.

Von 1993 an führte Sr. Lucia Wagner die Kommunität über 16 Jahre lang. In diese Zeit fielen unter anderem die Aufgabe, für die weltweite Vereinigung der Benediktinerinnen, "Communio Internationalis Benedictinarum" (CIB) als Delegierte für den deutschsprachigen Raum Kontakte zu knüpfen, und vor allem die Gründung der Gemeinschaft in Prag am 8.12.2007.

Flyer über die Gemeinschaft in Prag auf Englisch hier herunterladen.

Seit dem 6. Februar 2010 hat Sr. Carmen Tatschmurat die Leitung inne. Am 11. Juli 2013 wurde sie im Zusammenhang mit der Erhebung der Kommunität zur Abtei Venio von der Verklärung des Herrn zur Äbtissin geweiht.

Überblick über 90 Jahre Venio auf Englisch hier herunterladen.
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Klösterliches Leben im Venio beginnen

"Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, ... achte (man) genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht." (Benediktsregel Kap. 58,1.7)
Die Wege in eine Klostergemeinschaft sind sehr vielfältig. Bei manchen dauert es viele Jahre, bis der Entschluss reif ist, unser Leben zu teilen. Bei anderen liegen nur Wochen zwischen dem ersten Kontakt und dem Eintritt. Immer gehen aber intensive Gespräche voraus mit dem Ziel, sich kennen zu lernen und zu prüfen.
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Der Weg in die Gemeinschaft

Der Weg in die Gemeinschaft beginnt mit dem sog. Postulat (postulare - lat. fordern, begehren). Diese Zeit (6-12 Monate) dient dazu, in einem ersten Schritt die Berufung auszuloten und zu klären, ob der Wunsch nach diesem Leben im Alltag standhält. Es folgt ein zweijähriges Noviziat. Zu Beginn des Noviziats erhält die Novizin Chormantel und Schleier und meist einen neuen Namen. Von nun an wird sie als Schwester angesprochen. Die monastische Formation wird fortgesetzt. Dazu gehören unter anderem: Liturgik, Kennen lernen der Benediktsregel als Grundlage unseres Lebens, Choral und anderes. Im gemeinsamen Beten und Arbeiten, in regelmäßigen Gesprächen und vor allem im Miteinander leben darf sich die Berufung klären, vertiefen und entfalten.
In dieser Zeit soll eine ca. einjährige Unterbrechung der Berufstätigkeit möglich sein, damit sich die Schwester gut auf das neue Leben einstimmen kann. Das Noviziat verbringt die Novizin in München. Aufenthalte in Prag sind möglich und gewünscht.
Es schließt sich die Zeitliche Profess an, die auf drei Jahre abgelegt wird. Die Schwester verspricht Gehorsam, Beständigkeit, und klösterlichen Lebenswandel. Die folgenden Jahre des Trienniums dienen dazu, mehr und mehr in das Leben der Gemeinschaft hineinzuwachsen. In dieser Zeit ist auch ein längerer Aufenthalt in Prag vorgesehen. Wenn beide: die Triennalprofesse und der Konvent "Ja" zur gemeinsamen Gottsuche sagen, kann sich die Ewige Profess anschließen. "Er führe uns gemeinsam zum ewigen Leben."(RB 72,10) "ER führe uns" und nicht: "Ich schaffe es alleine." Daher verstehen wir unser gemeinsames Leben als Bild für den Leib Christi.
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Schwester werden

Wir rücken das Leben zurecht: Gott steht im Mittelpunkt. Jede Einzelne ist von ihm angesprochen - und antwortet mit ihrem Leben. Wir beten und arbeiten am Zugang zum Himmel. Wenn Sie mehr wissen wollen, oder besuchen Sie uns!
Kontakt in München: Sr. Edith Lhotová,
in Prag: Sr. Francesca Simuniová.
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